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Aggressive Verhaltensweisen

Aggressive Verhaltensweisen können sich sehr unterschiedlich äußern. Sie sind nicht nur daran zu erkennen, dass sich Kinder und Jugendliche schlagen oder Sachgegenstände beschädigen. Die Palette der Verhaltensweisen, die tatsächlich zu den aggressiven Verhaltensweisen gehören, ist viel umfangreicher. Bei den aggressiven Verhaltensweisen ist entpsrechend DSM-IV zu unterscheiden zwischen oppositionellem Problemverhalten und den Störungen des Sozialverhaltens. Der wesentliche Unterschied zwischen diesen beiden Erscheinungsformen liegt in den Ausprägungen des Verhaltens. Oppositionelles Verhalten kann durchaus als feindselig erlebt werden, schließt aber aggressiv-körperliche Verhaltensweisen aus. In der ICD-10 werden darüber hinaus noch sechs Typen der Störungen des Sozialverhaltens unterschieden. Aggressíve Verhaltensweisen sind sehr stabile Verhaltensmuster, die sich nicht so einfach verändern lassen. Die Hilfen für Kinder und Jugendliche mit aggressivem Verhalten müssen daher gut geplant und strukturiert werden, damit die Betroffenen neue Verhaltensweisen und einen anderen Umgang miteinander erlernen können. 

 

Oppositionelles Problemverhalten (nach DSM – IV) 

 

Das betroffene Kind / der Jugendliche

 

rot.gif wird schnell ärgerlich

grün streitet sich häufig mit Erwachsenen

orange widersetzt sich Regeln und Anweisungen

blau weigert sich, Regeln und Aufforderungen zu befolgen

rot.gif ist häufig wütend oder beleidigt,

grün ist häufig nachtragend

orange schiebt die Schuld für eigene Fehler häufig auf andere

 

Störungen des Sozialverhaltens (nach DSM – IV) 

 

Das betroffene Kind / der Jugendliche

 

rot.gif bedroht und schüchtert andere häufig ein

grün beginnt häufig Schlägereien

orange quält Tiere

blau benutzt Waffen

rot.gif zerstört vorsätzlich Eigentum

grün lügt häufig, um sich Güter oder Vorteile zu verschaffen

orange bricht in fremde Wohnungen oder Autos ein

blau stiehlt Gegenstände von erheblichem Wert

rot.gif schwänzt schon vor dem 13. Lebensjahr häufig die Schule

 

Typen der Störungen des Sozialverhaltens (nach ICD – 10) 

 

Auf den familiären Rahmen beschränkte Störung des Sozialverhaltens
Aggressives Verhalten, das völlig auf den häuslichen Rahmen oder die Interaktion mit Familienmitgliedern beschränkt ist und oppositionelles oder trotziges Verhalten übersteigt.

Störungen des Sozialverhaltens bei fehlenden sozialen Bindungen
Aggressives Verhalten, das oppositionelles oder trotziges Verhalten übersteigt und mit einer andauernden Beeinträchtigung der Beziehungen des Kindes zu anderen Personen einhergeht (insbesondere zur Gruppe der Gleichaltrigen).

Störung des Sozialverhaltens bei vorhandenen sozialen Bindungen
Aggressives Verhalten, das oppositionelles oder trotziges Verhalten übersteigt oder ein andauerndes delinquentes Verhalten; in beiden Fällen liegt eine gute soziale Einbindung in die Altersgruppe vor.

Störung des Sozialverhaltens mit oppositionellem, aufsässigem Verhalten
Ungehorsames und trotziges Verhalten bei Fehlen schwerer delinquenter oder aggressiver Verhaltensweisen, das typischerweise vor dem neunten Lebensjahr auftritt.

Andere bzw. nicht näher bezeichnete Störung des Sozialverhaltens
Störungstyp, bei dem die allgemeinen Kriterien einer Störung des Sozialverhaltens erfüllt werden, eine Zuordnung zu einer Subgruppe jedoch nicht möglich ist.

Kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen
Störung des Sozialverhaltens, die in Kombination mit einer emotinalen Störung (z.B. Angst) auftritt.

Hilfen für Kinder mit aggressivem Verhalten 

 

Häufig wird davon ausgegangen, dass die betroffenen Kindern und Jugendlichen immer absichtlich aggressiv handeln. Oftmals fehlen ihnen jedoch nur Fertigkeiten und Kompetenzen, ihr Verhalten zu steuern bzw. adäquat mit Konflikten, Problemen und Frust umzugehen. Die von der SteP angebotenen sozialen Gruppenangebote zielen deshalb darauf ab, Kindern und Jugendlichen z.B. Konfliktlösungskompetenzen zu vermitteln. Ebenso wichtig ist die Vermittlung von Kompetenzen zur Förderung von Selbstreflexion und Selbstkontrolle aber auch die Klärung der Frage, wie man gute und tragfähige Beziehungen zu Gleichaltrigen aufbaut.

Damit die in der Gruppe erworbenen Lernerfahrungen auch auf den Alltag der Kinder und Jugendlichen übertragen werden können, bietet die SteP parallel zu den Gruppensitzungen Beratungen für Eltern, Erzieher/-innen und Lehrer/innen an.