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Risiko der Entwicklung anti- /dissozialer Verhaltensweisen

Abgelehnte und gemiedene Kinder laufen auf diese Weise langfristig Gefahr, ein hohes Maß an aggressivem und depressiv-ängstlichem Verhaltenspotential zu entwickeln sowie schulisch zu scheitern und in eine Drogenkarriere einzumünden (Parker and Asher (1987) (Kupersmidt u.a. 1990; Ollendick u.a 1992). Empirisch vielfach belegt ist der enge Zusammenhang von Peer-Ablehnung und delinquenter Verhaltensweise.

Das stark erhöhte Delinquenz-Risiko bei AD(H)S-Personen hängt nicht zuletzt auch mit den im Durchschnitt erheblich verschlechterten innerfamiliären Beziehungen zusammen: Negative Eltern-Kind-Interaktionen und familiäre Konfliktlagen in den AD(H)S-Familien gehen nachweislich mit einem deutlich erhöhten Risiko für späteren Drogenmissbrauch, einer gesteigerten Kriminalitätsrate und anderen antisozialen Verhaltensweisen (Klein und Manuzza 1991; Weiss und Hechtman 1993) einher.

AD(H)S-Personen weisen im späten Jugendalter bzw. als junge Erwachsene gegenüber einer Vergleichsgruppe um etwa das 20fache an Verhaftungen auf. Das gleiche gilt für Mehrfachverhaftungen. Vergleichbares lässt sich hinsichtlich Gefängnisaufenthalten sagen. In einer Längsschnittstudie von Satterfield u.a. (1982) stellte sich heraus, dass 50 Prozent der Stichprobe in Diebstahldelikten, Raub und körperlichen Angriffen verwickelt waren. 19 Prozent waren bereits mindestens 1 mal inhaftiert.

Die Ergebnisse zeigen außerdem sehr klar: Die Bildungsabschlüsse von AD(H)S-Personen sind niedriger als die gleichaltriger Kontrollpersonen. Die Misserfolge in der Schule wachsen sich also in der Pubertät nicht aus; sie dauern vielmehr an.