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Belastungen der Familie

ADHS hat einen negativen Effekt auf das ganze Familiensystem (Whalen und Henker 1999; Rosello u.a. 2003). Kinder mit ADHS und komorbiden Störungen haben häufig Probleme im Umgang mit ihrer Familie. Daher ergeben sich starke Belastungen für die übrigen Familienmitglieder (Wells u.a. 2000; Podolsky und Nigg 2001).

Wie massiv insbesondere die Kind-Eltern-Beziehungen durch Spannungen und Konflikte belastet sind, ist durch zahlreiche Studien belegt (Wells u.a. 2000; Barkley 1996; Conners und Erhardt 1998). Von AD(H)S betroffene Kinder sind vielfach nicht in der Lage, den Regeln des Familienlebens zu folgen. Sie gelten oft als “unerziehbar”, als chronische “Nervensägen” und bringen viele ihrer Eltern an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.

Die Kinder bekommen Anweisungen oft gar nicht mit, gelten als chaotisch, vergesslich und unerträglich. Der Forscher Johnston (1996) spricht in Bezug auf das Eltern-Kind-Verhältnis von einem “negativem Reaktions- und Verhaltensmuster”.

In einschlägigen Diskussionsforen im Internet (virtuelle Selbsthilfegruppen) sind Hilferufe von Eltern an der Tagesordnung: “Hilfe, ich weiß nicht mehr weiter”, Wer hilft mir, ich bin am Ende”, “Langsam habe ich keine Lust mehr”.