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AD(H)S-Stress

Nach der Studie von Rosello u.a. (2003) leiden knapp 90 Prozent der Eltern an “AD(H)S-Stress”; 64 Prozent sind sehr unglücklich über das Verhalten ihres Kindes/ihrer Kinder; 50 Prozent sind darüber mit ihren Partnern im Dauerstreit; für 68 Prozent sind erhebliche zusätzliche Kosten für besondere psychoedukative Unterstützungen und Hilfen aufgetreten. Und wenn eines von zwei Kindern als AD(H)S-Kind diagnostiziert ist, leidet jedes zweite Nicht-AD(H)S-Kind unter dem anderen in erheblichem Maße.

Die hochgradig belasteten Eltern lassen sich nicht selten zu Verhaltensweisen provozieren, über die sie in ruhigen Momenten oft selbst erschrocken sind: vielfach als Reaktion auf ihre kaum noch erträgliche Stresslage (Barkley 1998).

Häufig belastet dies den familiären Frieden, kommt es zu Auseinandersetzungen auch unter den Eltern, die zu chronifizieren drohen. Insgesamt gesehen ist der innerfamiliäre Stresspegel ungleich höher als bei Vergleichsfamilien (Barkley u.a. 1991). Die Eltern-Kind-Interaktionen sind von den anhaltenden Konflikten stark belastet.